Museum Falkenstein: Wo die Puppen tanzen

Das Puppenmuseum Falkenstein

Das architektonische Juwel am hohen Elbufer am Falkenstein in Blankenese kann man durchaus als Puppenstube bezeichnen. Denn das Puppenmuseum Falkenstein, Sammlung Elke Dröscher, beherbergt hier mehr als 500 besondere Exemplare.

Der Zeitgeist von 300 Jahrhunderten spiegelt sich hier in dem kleinen Puppenmuseum wider. Aus einer Sammelleidenschaft als junge Dame, mit einem geerbten Grundstock von Großmutter, wurde schnell ein Platzproblem. Puppenküchen, -häuser, -stuben brauchten einen Raum. Die besonderen Exponate wurden zugetragen, durch Kleinanzeigen oder Auktionen erworben.

Geschichten machen das Museum lebendig

Puppen aus ganz verschiedenen Epochen

Immer sind es die dazugehörigen Geschichten die es zu etwas noch Besonderem machen. Die Frau wirkt mit Ihren 78 Jahren verdammt jung, wenn sie auf Fragen zu besonderen Arrangements Auskunft gibt. Die Puppen sind ein Spiegelbild des gesellschaftlichen Zeitgeistes. Puppenküchen dienten seit dem frühen 18 Jahrhundert als Lehrspielzeug. Capote-Hütchen im Hutsalon waren Handarbeitsvorlagen. Vermittelten aber auch gesellschaftliche Rollenbilde: Anständige Frauen mittleren Jahrgangs trugen auch zu Hause eine Haube. Der Begriff die Frau  „unter die Haube” zu bringen manifestierte sich in den Abbildungen der Puppen.

Die Charakterpuppen mit Bisquitporzellanköpfen als Spielzeuge zu betrachten fällt schwer. Es sind eher kleine Kunstwerke. Eine der größten Puppen misst 97 cm, als reine Modepuppe gedacht, war sie nicht beweglich. Historische sozialkulturelle Werte und Veränderungen der verschiedenen Dekaden zu erkennen ist ein Ausstellungsschwerpunkt.

Das Haus an sich, das ehemalige Landhaus Michaelsen wurde vom Architekten Karl Schneider (1892-1945) entworfen und ist eine Ikone der modernen Architektur. Gebäude und Museum bilden hier einen wunderbaren Ausflugsdreiklang.

Die Puppenküchen waren früher Lernmaterial für Mädchen

Im Eingang zum Museum befindet sich eine Puppenstube im Stil des Bauhauses aus dem Jahre 1929. Diese steht im direkten Kontext zum Haus und war das „Spielzeug” der Tochter des Architekten, Christel Schneider, die 2016 verstarb. Die eigene Tochter von Elke Dröscher hat Ihren Einfluss in Form der Barbiegeneration mit in die Sammlung getragen. Etliche Figuren in diversen schrillen Outfits stehen hinter Glas.

Ein Besuch im Puppenmuseum lohnt sich also. Natürlich vor allem wegen der Fülle an Exponaten, die hier eine Heimat gefunden haben. Doch auch die Lage im Park und die Möglichkeit, nach dem Besuch mal eben zur Elbe zu laufen, machen das Puppenmuseum zum Ausflugstipp.

Puppenmuseum Falkenstein
Grotiusweg 72
Öffnungszeiten:
dienstags bis sonntags
11 bis 17 Uhr