Zum Welt-Polio-Tag: Impfen, eine Erfolgsgeschichte

Auch im Medizinhistorischen Museum des UKE kann man sich über die Erfolgsgeschichte des Impfens informieren

Zurzeit wird das Thema Impfen in der Öffentlichkeit und vor allem in den sozialen Medien heiß diskutiert. Das ist erstaunlich. Denn in Sachen Corona gibt es zwar etliche Kandidaten für einen Impfstoff, aber es ist noch völlig unklar, welcher das Rennen macht.

Klar ist dagegen: Impfen ist eine Erfolgsgeschichte. Das gilt für die Pocken, das gilt aber auch für Polio. Viele Ältere werden sich noch an den Slogan erinnern: „Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam“. Mit ihm wurde in den 1960er Jahren für die damals neue Impfung gegen Polio geworben.

Rückblick: 1961 ging in Deutschland eine der schwersten Epidemien von Kinderlähmung überhaupt zu Ende. 4.600 Erkrankte, über 3.300 Gelähmte und 272 Tote – so die Bilanz. Ein Jahr später wurde die erste Schluckimpfung in der BRD ausgegeben. Doch auch wenn die Fallzahlen von Jahr zu Jahr sanken: Bis die Kinderlähmung hierzulande komplett ausgerottet war, vergingen etliche Jahre. 1992 gab es den letzten Fall.

Jahrhundertelang war die Poliomyelitis, so der komplette Name von Polio, eine in Europa weit verbreitete Krankheit. Bei Epidemien 1953 und 1954 gab es in Deutschland Tausende Polio-Fälle mit fast 10.000 Toten. Am häufigsten traf es Kinder und Jugendliche. Wer erkrankte, erlitt Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen sowie der Atmung bis hin zum Ersticken.

Dass wir heute diese Krankheit nicht mehr fürchten müssen, haben wir dem Impfstoff zu verdanken. Das gilt allerdings nicht nur für Polio. Auch die Pocken wurden mithilfe von Impfungen ausgerottet. Darauf weist auch das Medizinhistorische Museum hin. Dort ist übrigens noch ein Original-Impfschein aus dem Jahr 1842 zu sehen.

Medizinhistorisches Museum
Martinistraße 52
Öffnungszeiten:
samstags und sonntags 13 bis 16 Uhr

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