Struwwelpeter reloaded: ein buntes Vergnügen

Kunterbunt: ein Ensemble in Spiellaune

Mit Zirkus, Zank, Gezeter kommt das Theater am Strom mit seiner Inszenierung „Der böse Struwwelpeter“ auf die Bühne. Genauer gesagt in den Innenhof des Museums für Hamburgische Geschichte. Die ebenso vergnügliche wie bitterböse Neuauflage des Klassikers von Heinrich Hoffmann ist eine Kooperation mit Engelbach&Weinand.

Der Daumenlutscher, der Suppen-Kaspar, der Zappelphilipp, der bitterböse Friederich: Jeder kennt sie und erinnert sich mit wohligem Schauer an Vorlesestunden mit dem „Struwwelpeter“. Theater am Strom entwickelte gemeinsam mit Engelbach&Weinand eine mobile Produktion für Zuschauer*innen ab acht Jahren.

Das Akkordeon ist immer dabei

Ein Wägelchen mit Requisiten, ein Akkordeon, drei Spieler:innen. Mehr braucht „Der böse Struwelpeter“ nicht, um das Original von 1844 drastisch-vergnügliche Blüten treiben zu lassen. Dabei wird mit dem weit verbreiteten Missverständnis der schwarzen Pädagogik seines Autors Heinrich Hoffmann radikal aufgeräumt. Stattdessen: Schwarzer Humor. Und kindliche Anarchie!

Drei Schauspieler:innen erzählen, spielen, singen und versetzen das Publikum in Staunen und Schrecken über die Aktualität des Biedermeier-Kinderbuchs. „Von neugierigen über verträumte bis hin zu richtig fiesen Kindern, von abwesenden bis zu Helikopter-Eltern – alle Figuren aus dem Struwwelpeter sehen wir heute genauso auf den Spielplätzen der Stadt “, findet Regisseur Marcel Weinand. „Wir haben den freien Grundton von Hoffmanns alten Reimen wiederentdeckt.“ ergänzt Christiane Richers von Theater am Strom. „Man kann sagen, wir spielen Struwwelpeter – Das Original.“

Aus der Zusammenarbeit zweier eigenwilliger Hamburger Theatertruppen entstehen bunte Szenen mit scharf gezeichnetem, grellem Personal und schadenfroh-schrägen Liedern von Komponistin Eva Engelbach, der anderen Hälfte von Engelbach&Weinand, die auch gleich selber auf der Bühne steht. Das wird mit Sicherheit höchstvergnüglich und schauderhaft schön.

Das Schöne daran: Die Aufführungen im Innenhof des Museums für Hamburgische Geschichte sind kostenlos. Nur anmelden muss man sich – nämlich über die Museumsseite: http://www.shmh.de 

Vom 1. bis 4. August jeweils 16 Uhr