Parkfriedhof Ohlsdorf: ein ganz besonderer Ort

Für Nicht-Hamburger mag es ungewöhnlich klingen: Ein Friedhof als Ort der Naherholung. Doch am Beispiel Ohlsdorf zeigt sich, dass beides vereinbar ist. Der Parkfriedhof im Norden Hamburgs ist nämlich beides – und zudem ein Ort des kulturellen Reichtums.

Zu verdanken haben wir das Wilhelm Cordes, dem ersten Friedhofsdirektor. Er ließ Ohlsdorf als romantischen Landschaftsgarten mit Teichen, Hügeln und sanft geschwungenen Wegen konzipieren. Dabei war der Grundgedanke, dass jeder Verstorbene seine letzte Ruhe in einem eigenen Paradiesgarten findet. Von Beginn an aber sollte der Friedhof auch ein Ort der Erholung sein. Dabei ist es bis heute geblieben.

Parkfriedhof Ohlsdorf: Säulengrabmal

Das Säulengrabmal für die Familie Troplowitz-Mankiewicz findet man neben dem alten Wasserturm an der Cordesallee. Entworfen wurde es 1918 von dem legendären Baumeister Fritz Schumacher

Doch der Parkfriedhof – übrigens der Größte der Welt – ist weit mehr als letzte Ruhestätte und schöne Landschaft: Er ist zudem ein Blick in die Hamburger Vergangenheit. Hier findet man prachtvolle Grabstätten und Mausoleen reicher Hamburger Reeder oder Kaufleute ebenso wie die letzten Ruhestätten berühmter Persönlichkeiten der Hansestadt. Auch Stars wie Hans Albers oder Jan Fedder sind auf dem Parkfriedhof bestattet worden. Die dunklen Seiten der Hamburger Geschichte sind in Ohlsdorf ebenfalls präsent: Riesige Gräberfelder erinnern an die Toten von zwei Weltkriegen und eine imposante Stele an der Talstraße an die Opfer der Nazi-Verfolgung. Mit einer eigenen Grabanlage gedenkt der Friedhof auch der Opfer der Sturmflut von 1962.

Parkfriedhof Ohlsdorf: Skulptur
Allein die Statuen auf dem Parkfriedhof Ohlsdorf sind einen Besuch wert

Der Parkfriedhof Ohlsdorf ist aber nicht nur ein Ort der Toten, sondern auch eine Oase für die Lebenden. Dafür sorgen berührende Skulpturen ebenso wie schattige Laubbäume oder prachtvolle Rhododendren.
Diese wundervolle und mystische Welt lässt sich am besten zu Fuß entdecken. Allerdings reicht ein Tag dafür nicht aus. Stattdessen sollte man dafür verschiedene Gelegenheiten nutzen, bei denen man einzelne Parkteile genau erkundet.

Buchtipp und Verlosung

Parkfriedhof Ohlsdorf: Buchtipp

Das Buch „Ein Ohlsdorfer Friedhof. Ein Handbuch von A ­ Z ist ein ebenso spannender wie informativer Wegweiser über den einzigartigen Parkfriedhof Hamburgs. In mehr als 750 Stichpunkten werden alle Aspekte dieser Anlage behandelt, inklusive Kurzbiografien der Persönlichkeiten, die in Ohlsdorf ihre letzte Ruhe gefunden haben. Dazu gibt es viele praktische Hinweise und instruktives Kartenmaterial. Wir verlosen ein Exemplar dieses Buchs aus der Edition Temmen. Dazu schreibt ihr eine Mail mit dem Stichwort „Parkfriedhof Ohlsdorf“ an redaktion@hamburg-fuehrer.de und mit ein wenig Glück gehört das Buch euch. Einsendeschluss ist der 3. Juni und der Rechtsweg sowie eine Barauszahlung sind ausgeschlossen.