Hubert Neubacher: Unternehmer mit Anstand

Interview: Hubert Neubacher
Hubert Neubacher vor dem Riverbus

Eine fast filmreife Laufbahn: Als Kellner zog der gebürtige Steirer aus Österreich fort, um die Welt zu entdecken. Heute ist der Mann aus den Bergen zum Herr über die Elbe geworden: Als Inhaber von Barkassen Meyer verhilft er Hamburg-Besuchern und Bewohnern zu spannenden Touren durch den Hafen. Die Kunst-Barkassen, die unter seiner Regie entstanden, sind in Hamburg einmalig. Wir sprachen mit Hubert Neubacher über die Cruise Days, Hamburg und seine Rolle als Unternehmer.

Was für einen Stellenwert haben die Cruise Days für Sie, die nächstes Wochenende beginnen?

Kreuzfahrt ist immer noch ein großes Thema. Darüber hinaus verkörpern die Kreuzfahrtschiffe natürlich immer noch die Faszination von der großen weiten Welt. Neben dem Hafengeburtstag sind die Cruise Days das größte Fest, was wir in Hamburg haben. Ich schaue mir gern die großen Schiffe an. Und es tut natürlich auch der Firma gut.

Gibt es Pläne für Ihr Unternehmen im nächsten Jahr?

In diesem Jahr waren wir mit unserem Jubiläum sehr aktiv, im kommenden Jahr wird es etwas ruhiger. Allerdings werden wir eine Barkasse verändern und ich hoffe darauf, dass es auch wieder eine künstlerische Barkasse wird.

Was ist für Sie als Unternehmer wichtig?

Man sagt ja immer: Ein Unternehmer muss brennen für das, was er macht. Aber er muss seine Mitarbeiter auch mitnehmen. Die müssen motiviert sein,  damit der Job Spaß macht und Erfolg hat. Was mich angeht, habe ich ein tolles, relativ junges Team mit sechs Azubis, die Hafenschiffer lernen. Die schwimmen alle mit auf unserer Welle und passen deshalb toll zu unserer Firma.
Darüber hinaus gefällt mir der Begriff „Unternehmer mit Anstand“ sehr gut, weil ich davon überzeugt bin, dass er stimmt. Man muss kein Tyrann sein, um Erfolg zu haben. Der eigene Anstand ist für mich ein wichtiges Element in der Unternehmungsführung.

Wo liegen für Sie die Stärken von Hamburg?

Hamburg ist für mich eine sehr weltoffene Stadt. Darüber hinaus ist sie sehr unaufgeregt. Hier überlegt man lieber zweimal, bevor man handelt. In Sachen Internationalität hat sich schon viel getan, aber da geht sicher noch einiges mehr. Vor allem aber ist Hamburg mit seinem vielen Grün und dem Wasser ausgesprochen lebenswert.

Und die Schwächen?

Natürlich der Verkehr. Darüber hinaus ist Hamburg manchmal zu wenig innovativ und mutig von den Entscheidungen her.

Welche Dinge sollte jeder Hamburg-Besucher gesehen und erlebt haben?

Natürlich eine Hafenrundfahrt. Aber darüber hinaus empfehle ich jedem Hamburg-Gast, mal durch Planten un Blomen zu laufen. Diese grüne Insel erwartet man mitten in der Stadt nicht unbedingt. Generell würde ich jedem Besucher raten, neben den gängigen Sehenswürdigkeiten wie Elbphilharmonie oder Speicherstadt ein paar unbekannte Sachen einzuplanen. Mein Geheimtipp: das Café May am Hammer Park.

Wie wichtig ist Kultur für Sie?

Ich würde jedem Menschen empfehlen, sich so viel Kultur wie möglich anzutun. Auch mal Sachen anzusehen oder zu hören, die man zunächst mal gar nicht so schätzt. Ansonsten gibt es in Hamburg eine sehr vielfältige Szene, von großen Museen über die Laeiszhalle bis hin zur Millerntor-Gallery.

Haben Sie eine Traumstadt?

London finde ich klasse, ebenso Wien und Salzburg. . Generell mag ich England sehr, so gefällt mir auch Manchester gut. Berlin finde ich auch super, wobei ich die Stadt so gut nicht kenne.

Und generell ein Traumziel?

Die Traumziele haben sich verändert. Früher habe ich gesagt, ich möchte um die Welt, mir verschiedene Sachen anschauen. Das ist heute nicht mehr so. Heute zählen für mich mehr persönliche Dinge. So ist Österreich in den letzten Jahren verstärkt zum Traumziel für mich geworden. Die Berge, das Ennstal, meine Familie, das alles ist mir wichtig. Auch die nordischen Länder zählen für mich zu den Traumzielen. Vor allem im Winter.

Was verbinden Sie mit dem Begriff Genuss?

Genuss ist natürlich etwas Tolles. Ich finde allerdings auch, dass er heute übertrieben dargestellt wird. Genuss kann ein tolles Essen ebenso sein wie ein leckerer Salat, ein Zusammentreffen mit Freunden ebenso wie ein großer Empfang. Persönlich mag ich vor allem die einfachen, klaren Dinge.

Interview: Kunstbarkasse
Die Kunstbarkassen verschönern den Hamburger Hafen