Berührende Sonderausstellung in der Ballinstadt

Flucht oder Reisen! Die Themen liegen hier in der Ballinstadt dicht beieinander. Albert Ballin als Initiator der Ballinstadt war schließlich auch Erfinder der Kreuzfahrten. Die Sonderausstellung „Ballinstadt – Hamburger Hafen deutsch-jüdischer Geschichte“ ist eingebunden in das Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland” .

Die Synagoge in den ehemaligen Auswandererhallen

Der Teilaspekt in der  Ballinstadt erinnert an die Zeit der Migration zwischen 1880 und 1934. Anhand von Biografien vermittelt die Ausstellung, dass der Schritt zur Flucht eine gute Entscheidung gewesen ist. „Ida Travis war meine Großmutter ”: Shlomo Bistritzky (Landesrabbiner Hamburg) erinnert an die am 3. März 1932 mit dem Zwillingsbruder, vier Geschwistern und Mutter hier in Hamburg an Bord nach Amerika ging. Eine schwere, aber richtige Entscheidung, um nicht zu den sechs Millionen Opfern zu gehören.

Auch eine Liste mit Preisen für Verpflegung und Übernachtung ist noch erhalten

Albert Ballin, selbst Jude, hat 1901 mit den Auswanderhallen Großes geleistet. Ihm selbst ist ein Part der Ausstellung gewidmet. Die Frauenrechtlerin Pauline Perlmutter Steinem, Schriftstellerin Mary Antin und Maksymilian Faktorowicz (Max Factor) werden in ihren Biografien hier ebenfalls porträtiert. Der Aufbruch aus Hamburg in die Neue Welt hat Spuren hinterlassen. Shlomo Bistritzki Großmutter heiratet in NewYork einen aus Hamburg stammenden Loeb Bistritzky, dessen Vater Markus ein Handelsgeschäft im Levanthehaus hatte. Ida Travis reiste 2011 zu ihrem Enkel nach Hamburg und starb vor 5Jahren in Jerusalem. Das Reisen und koscheres Essen auf den Wegen ein wichtiger Bestandteil ihres kulturellen Verständnisses ist, wird auch in der Ausstellung reflektiert.

Auswanderermuseum BallinStadt
Mittwoch bis Sonntag 10 bis 16.30 Uhr
Veddeler Bogen 2