Welcome home! Die Peking ist zurück

Rund 90 Jahre hat es gedauert. Aber jetzt kehrt ein maritimes Wahrzeichen Hamburgs wieder zurück. Gestern machte die historische Viermastbark „Peking“ in der Hansestadt fest. Zunächst soll sie in Höhe der 50er Schuppen ankern, wo bisher die „Bleichen“ liegt. An dieser Zwischenstation wird die Peking dann fit gemacht für ihre Rolle als Besichtigungsschiff. Dann findet sie ihren Platz am Museums-Ponton für das Deutsche Hafenmuseum, das zwischen 2023 und 2025 eröffnen soll.

Wie der Siegeszug der Peking begann

Die Peking ohne Segel
Die Peking galt zur Blütezeit als eines der schnellsten Schiffe der Welt. ©Stiftung Hamhurg Maritim/Dirk Passehl


Rückblick: 1911 läuft bei der Hamburger Werft von Blohm + Voss ein stolzer Segler vom Stapel: die Peking. Sie gehört zu den sogenannten Flying-P-Linern der Reederei Laeisz ebenso wie die „Padua“ und die „Priwall“. Sie gehören zu einer Flotte von insgesamt 83 Frachtseglern, die sich vor allem durch ihre Sicherheit und Geschwindigkeit auszeichnen. Von außern sind sie leicht erkennbar an den Reedereifarben schwarz (Rumpf über der Wasserlinie), weiß (Wasserlinie) und rot (Unterwasserschiff) gestrichen.
Die Padua bringt es übrigens sogar zu Filmruhm, Sie dient als Kulisse für  „Die Meuterei auf der Elsinore“, „Ein Herz geht vor Anker” und „Große Freiheit Nr. 7“.

Mit 31 Kilometern pro Stunde gilt die Peking seinerzeit als eines der schnellsten Schiffe der Welt. Für diese Geschwindigkeit sorgt auch die Tatsache, dass insgesamt 32 Segel gesetzt werden können. 

Eingesetzt wird die Peking vor allem für den Salpetertransport aus Chile. Salpeter wird  vor allem für die Herstellung von Dünger und Sprengstoff benötigt. Ein Import, der so manchen Hamburger reicht macht. Zu denen gehört auch der Kaufmann Henry B. Sloman, dem die Hansestadt das berühmte Chilehaus verdankt – dessen Silhouette nicht umsonst an ein Schiff erinnert. 

Die Peking ist übrigens so sicher, dass es dem Kapitän gelang, das gefürchtete Kap Hoorn ohne Zwischenfälle zu umfahren. Die See vor der Südspitze Südamerikas ist mit über 800 Wracks einer der größten Schiffsfriedhöfe der Welt.

Das Ende einer Ära

Zu Beginn der 1930er Jahre geht die Ära der Frachtschiffe zu Ende – die Konkurrenz moderne Dampfschifffahrt war zu groß geworden. Nächste Station für die Peking ist England. Dort wird sie als Schulschiff eingesetzt. Während des Zweiten Weltkriegs hat sie noch mal eine Aufgabe, als Marineunterkunft, dann gelangt der Segler an das South Street Seaport Museum in New York. Der Plan ist, die Peking restaurieren zu lassen, doch dem Museum fehlt das Geld. So rottet der einst so stolze Großsegler am East River vor sich  hin und bietet mehr und mehr einen erbärmlichen Anblick.  Erst etliche Jahre später gelingt es der Stiftung Hamburg Maritim und der Initiative „Freunde der Viermastbark PEKING e.V.“, den Segler aus den USA zurück nach Deutschland zu holen. 2016 wird die Peking in Staten Island fit gemacht für die Atlantik-Überquerung. Diese tritt sie Mitte Juli 2017 an, allerdings nicht aus eigener Kraft, sondern huckepack auf einem Bremer Transportschiff. 

Restaurierung auf der Werft in Wewelsfleth
In Wewelsfleth wurde das Schiff umfassend restauriert. ©Joachim Kaiser

Am 30. Juli dann kommt der Segler in Deutschland an und wird in die Peters Werft nach Wewelsfleth gebracht. Dort stehen umfangreiche Renovierungsmaßnahmen auf dem Programm. Die reichen von der Erneuerung des Schiffsrumpfs bis zur Restaurierung der historischen Steuerräder. Jetzt erstrahlt sie wieder in frischem Glanz und wird zum Leitobjekt des Deutschen Hafenmuseums, das zum Herzen des neuen Stadtteils Grasbrook werden soll. 

Die bewegte Geschichte der Peking kann ausführlich in  „Hamburg History Live“, dem Magazin der Stiftung Historische Museen Hamburg, nachgelesen werden. Das Magazin ist im Zeitschriftenhandel und in den Museumsläden der Stiftung erhältlich. Bestellungen online: http://www.hamburg-history-live.de