Segeln lernen – Von Alsterskippern und Elbseglern

Beneiden wir sie nicht alle ein bisschen, wenn wir die Freizeitkapitäne, die scheinbar schwerelos mit ihren weißen Jollen durch das glitzernde Wasser der Außenalster gleiten, vom Ufer aus beobachten? Die vielen Segler, die hier immer von April bis Oktober ihrem geliebten Hobby nachgehen, können dafür kaum einen schöneren Ort finden.
Hier begann einst die Historie sportlichen Segelns in Hamburg. Es waren Hamburger Kaufleute gewesen, die sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts zusammentaten, um dem Segeln zu frönen. Vorbild waren wie auch beim „Gentleman-Rudern“ die Briten. Erste Clubs wurden gegründet und erste Regatten gestartet, auf denen man die eigene Geschicklichkeit und die Qualitäten seines Schiffs mit anderen messen konnte.
Aber Vorsicht: Unkundige unterschätzen die launischen Windbedingungen hier. Die Randbebauung und die einmündenden Straßen machen sie zu einem Segelrevier, das viel Geschick des Skippers erfordert. Kam der Wind eben noch schön von achtern, bläst er einem unversehens von vorn ins Gesicht. Häufige Winddreher und Böen gehören hier zum täglichen Geschäft. Deswegen heißt es auch: Wer einmal erfolgreich auf der Alster gesegelt ist, der ist auch für andere Aufgaben bestens gerüstet.
Wer solch einen Schein bei einem der Hamburger Experten für Freizeitschipperei in Angriff nehmen möchte, kann jetzt noch dabei sein. Keine Angst: Solch ein obligatorischer Schein für „Binnen“ ist leichter zu erwerben als man denkt – und vor allem: weniger teuer als befürchtet. Nicht nur an der Alster, auch an der Elbe und der Bille – die Kurse werden jetzt überall angeboten. In vielen Yachtclubs ebenso wie bei den Segelschulen, die genau wissen woher der Wind weht.
Was wird vom Segel-Azubi für den Sportbootführerschein Binnen/Segeln verlangt? In der Theorie muss er Kenntnisse der Binnenschifffahrtstraßenordnung (nein, es genügt nicht, das Wortungetüm fehlerfrei auszusprechen…!), der Wetterkunde, der Seemannschaft und dem Unweltschutz bei einem schriftlichen Test nachweisen. In der Praxis muss das fehlerfreie Ausführen von An- und Ablegemanövern gezeigt und mindestens sechs unterschiedliche Seemannsknoten einwandfrei geschlungen werden.
Wer sich nicht ganz sicher ist, ob das etwas für ihn ist, bucht zunächst nur eine Schnupperstunde. Dann wird sich zeigen was um Himmels willen mit all den Leinen zu tun ist.

Hier können Segelscheine gemacht werden:
Segelschule Pieper
An der Alster/Hotel Atlantic-Steg, Tel. 040 – 24 75 78


Segelschule Käpt'n Prüsse
An der Alster 47a (Gurlittinsel), Tel. 040 – 280 31 31

Sportbootschule Nautilus,
Theorie: Bramfelder Chaussee 24, Praxis: Sportboothafen Dove-Elbe,
Moorfleeter Deich 359, Tel. 040 – 61 26 86

Yachtschule Meridian
Billhorner Röhrendamm 92,
Tel. 040 – 78 48 72


Mitsegeln auf der Elbe
Hier ist kein eigener Segelschein nötig – einfach mitfahren:

Elbsegelei Holger Brauns
Pinneberger Chaussee 27, Mobil: 0179 112 45 99