Raus aus der Stadt!

Raus aus der Stadt: Brenner Moor
Die Seele baumeln lassen am Brenner Moor bei Bad Oldesloe ©Lothar Stut

So schön Hamburg auch ist: manchmal sehnt man sich nach einer anderen Umgebung. Nach der See und nach der Heide, nach kleinen, pittoresken Städtchen und Naturfeeling. Der Hamburg Guide hat sich im Umland der Hansestadt einmal umgesehen. Also nix wie raus aus der Stadt!

Sylt

Raus aus der Stadt: Sylt
Ans Meer bitte! ©Sabine Lubenow

Es gibt keine andere Insel, die so eng mit Hamburg verbunden ist, wie Sylt. Das  Kleinod an der Nordsee ist quasi das berühmteste Vorzimmer der Stadt. Die Insel lohnt sich zu jeder Jahreszeit – aber jetzt im Sommer bietet sie besonders viel. Feine Sandstrände zum Beispiel, an denen man wunderbar relaxen kann. Aber nicht nur Faulenzer kommen auf Sylt auf ihre Kosten. Hier gibt es auch eine Menge Sportmöglichkeiten. Vom Surfen bis zur Radtour rund um die Insel ist alles dabei. Ebenfalls eine Art von Sport: Promis gucken auf Sylt. Die findet man übrigens besonders häufig in Kampen. Gut zu erkennen sind sie an ihren chromblitzenden Autos,  die langsam über die Promenade gleiten.

Helgoland

Raus aus der Stadt: Helgoland
Helgolands Wahrzeichen: der Felsen „Die lange Anna“

Hamburgs Nähe zum Meer erlaubt auch jenseits von Sylt viele tolle Ausflüge. Ein echter Klassiker ist dabei Helgoland. Deutschlands einzige Hochseeinsel mit dem  Felsen Lange Anna erreicht man von Hamburg aus bequem mit dem Halunder Jet – da beginnt der Urlaub schon bei der Anreise. Auf Helgoland selbst kann man übrigens wunderbar wandern.

Wattenmeer

Raus aus der Stadt: Wattenmeer
Strandflieder in voller Blüte © Martin Stock / LKN-SH – Nationalparkverwaltung


Das gilt auch für das Wattenmeer, das sich über die Bundesländer Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein erstreckt. Hier kommen aber auch Naturfreunde auf ihre Kosten. Im Wattenmeer selbst, den angrenzenden Salzwiesen und den Dünen leben mehr als 10.000 verschiedene Tierarten – und das sind nur die, die man mit bloßem Auge sehen kann. Das wohl bekannteste Tier des Wattenmeers ist die Kegelrobbe, die man beispielsweise vor Amrum erleben kann. Aber auch die Fauna kann sich sehen lassen. Jetzt im Juli blüht beispielsweise überall der Strandflieder und schenkt den Salzwiesen einen violetten Schleier.

Bad Oldesloe

Raus aus der Stadt: Wasserbüffel bei Bad Oldesloe
Trifft man auch nicht überall – in Bad Oldesloe schon: Wasserbüffel

Da kann man schon mal stutzen:  Mitten im malerischen Hügelland Schleswig-Holsteins trifft man als Spaziergänger auf eine Herde von Wasserbüffeln. Die imposanten Tiere stammen zwar ursprünglich aus Asien, haben aber auch in Deutschland längst eine Heimat gefunden. Die Herde in Bad Oldesloe gehört der Familie Petr, die auch das exzellente Fleisch vermarktet. Natürlich zählen nicht nur Rindviecher zu den Sehenswürdigkeiten von Bad Oldesloe. Besonders das Heiligengeistviertel ist sehenswert. Hier scheint das Mittelalter auch heute noch lebendig zu sein. Ebenfalls einen Besuch wert ist die sogenannte Mennokate aus dem 16. Jahrhundert, die eine Heimatausstellung beherbergt. Spaziergänger finden in Bad Oldesloe ebenfalls ein lohnenswertes Ziel: das Brenner Moor. Das größte binnenländische Salzwiesenmoor Schleswig-Holsteins ist Heimat vieler seltener Pflanzen und Vogelarten.

Altes Land

Raus aus der Stadt: Altes Land
Das Alte Land kann man bestens bei der Elbufertour der Roten Doppeldecker erkunden

Das Alte Land direkt vor den Toren Hamburgs gilt als typisches Ausflugsziel zur Zeit der Obstbaumblüte, also im Frühjahr. Das ist eigentlich schade, denn auch im Sommer kan man hier wunderbar ausspannend. Zum Beispiel beim Altländer Kirschenfest, das die süßen Früchte feiert. Tipp: das große Kirschfest in Jork am 8. Juli. Aber auch eine Radtour über den Deich macht den Kopf frei – und hält gleichzeitig fit.

Stade

Raus aus der Stadt: Altstadt von Stade
Die Altstadt von Stade mit ihrem Hansehafen ©Stade Marketing und Tourismus GmbH/Martin Elsen

Das Alte Land gehört zur Region Stade. Und die Stadt ist ebenfalls einen Besuch wert. Die bezaubernd restaurierte Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern zeugt von der mehr als 1000 Jahre alten Geschichte Stades und lässt sich besonders gut vom Wasser aus entdecken:  Fleetkähne legen regelmäßig am Holzhafen zu einstündigen Rundtouren ab. Romantiker können dafür sogar eine Gondel benutzen.

Lüneburger Heide

Raus aus der Stadt: Heideblüte
Sehenswert: die Heideblüte ©Lüneburger Heide GmbH

Die Heide steht kopf. Zumindest in Bispingen. Denn in dem kleinen Örtchen befindet sich das „verrückte Haus“ mit allerlei optischen Täuschungen und einer Schräglage, die den Gleichgewichtssinn fordert. Das sollte man sich unbedingt gönnen, wenn man in der Heide ist. Der Juli, aber auch der August, verlockt aber auch noch mit einem anderen Phänomen: der Heideblüte nämlich. Das kräftige Violett der Pflanzen überzieht jetzt die Landschaft und schenkt ihr einen ganz besonderen Charme.  Klar, dass dieses Naturerlebnis auch gefeiert wird. Besonders bekannt ist das Heideblütenfest in Amelinghausen, bei dem der umgebende Wald romantisch angeleuchtet wird. Und: Nicht vergessen, den hochprozentige Heidegeist zu probieren.  

Buxtehude

Raus aus der Stadt: Buxtehude
Wahrzeichen der Stadt: der Igel (der Hase ist ausnahmsweise mal nicht mit im Bild) ©Daniela Ponath/Hansestadt Buxtehude

Die Geschichte vom Hasen und dem Igel, der das Langohr bei einem Wettrennen austrickst, kennt auch heute noch jedes Kind. Der Lauf soll in Buxtehude stattgefunden haben –und brachte dem Ort den Beinamen Märchenstadt ein. Noch heute erinnern die Skulpturen am Rathaus und eine Ausstellung im Heimatmuseum an die beiden tierischen Stars. Apropos erinnern: Wenn man in Buxtehude unterwegs ist, fällt einem oftmals Holland ein. Kein Wunder: Die Flethe, also  die frühere Hafenanlage der Stadt, wurde nach niederländischem Vorbild gebaut. Das war übrigens bereits Ende des 13. Jahrhunderts. Das Flair der Vergangenheit lebt jedoch nicht nur dort weiter, sondern auch in der historischen Altstadt.  Es scheint ein wenig, als sei hier die Zeit stehengeblieben. Im hektischen Alltag von heute ist das eine willkommene Abwechslung vom Stress.

Ostfriesland

Raus aus der Stadt: das Zwischenahner Meer
Das Zwischenahner Meer – Erholung pur in Ostfriesland

Wussten Sie, wie die legendären Ostfriesenwitze entstanden sind? Sie haben ihren Ursprung in einer Schülerzeitung mit Namen „Der Trompeter“ aus den 1960er Jahren. Aber das ist nicht das Einzige, was die Region im Nordwesten mit Humor verbindet. Immerhin stammen Karl Dall  und Otto Waalkes aus Ostfriesland. Dem Schöpfer der legendären Ottifanten wurde jetzt ein ganz besonderes Denkmal gesetzt: In Emden wird es demnächst einige Fußgängerampeln geben, die Otto in seiner berühmten Hüpfpose zeigen. Ostfriesland ist aber nicht nur für Humorfans eine Reise wert. Die Altstadt von Leer, die Kunsthalle in Emden, die Seehundstation in Norden mit dem angeschlossenen Waloseum, in dem man viel Wissenswertes über die tierischen Bewohner der Nordseeküste erfährt, sollte man sich ebenso wenig entgehen lassen, wie den Abstecher zum Zwischenahner Meer.