Portrait: Delphi Showpalast – Was für ein Theater!

 @ Jerzy Pruski

„Ein Schauspielhaus ist unsere Welt; für jeden ist eine Rolle bestellt.“ Der Spruch eines Unbekannten an der Mauer eines Amsterdamer Theaters könnte auch an der Wand des Delphi Showpalastes in der Sternschanze stehen.Wer die Geschäftsführerin Angela Altinger und den künstlerischen Leiter Horst Kuska kennt, versteht warum. Einerseits sind beide von Kopf bis Fuß Schauspieler, Autoren und Regisseure in persona. Anderseits übernehmen sie im Delphi auch viele andere Rollen. Nicht immer hat das mit Schauspielerei zu tun. „Wir sind ein Familienbetrieb“, erklärt Angela Altinger, „da ist es normal, dass wir da sind, wo wir gebraucht werden. Egal ob Bühne, Bar oder Buchhaltung.“ Seit 2000 führen sie erfolgreich den Delphi Showpalast. Vorher hatten beide bereits beeindruckende Karrieren. Altinger stand unter anderem mit Marika Rökk und Gunter Phillip auf der Bühne. Kuska war von der „Lindenstraße“ über „Großstadtrevier“ bis zur „Küstenwache“ in über hundert Fernsehproduktionen zu sehen. @ Jerzy Pruski
Besonders gern stehen beide aber bei Eigenproduktionen auf der Bühne. Einerseits als Ersatz, wenn ein Schauspieler ausfällt, wie bei der Rock-Komödie „Happy Horror Club“, bei der Kuska für die an einer schweren Bauchspeicheldrüsen-Entzündung erkrankten Ingrid van Bergen einsprang. Anderseits aber auch als fester Part in einem neuen Stück. So in der aktuellen Musikrevue „Tausendmal Du“, bei der Altinger und Kuska als Wirte und ihr Sohn Aron Altinger als Fernsehmoderator zu sehen sind. Ergänzt durch andere bekannte Gesichter wie das Mehrzad Marashis heizt das Ensemble von Tausendmal Du“ dem Publikum ordentlich ein. Erzählt wird das turbulente Geschehen rund um das Szene-Lokal „Hautnah“, das ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt und besonders beliebt bei Singles ist. Im Laufe der Zeit hat sich hier eine Clique gebildet, die regelmäßig die bekanntesten „Single Shows“ nachspielt. Dann heißt es im „Hautnah“: „Nur die Liebe zählt“, „Bauer sucht Frau“, „Herzblatt“ oder sogar „Traumhochzeit“, während das Publikum dazu Hits von ABBA, Münchner Freiheit bis zu Whitney Houston zu hören bekommt. Kurzum: die Hits der vergangenen Jahrzehnte. Die Revue ist mittlerweile ein Geheimtipp für die kommenden Weihnachtsfeiern Ende des Jahres geworden, zumal man zur Unterhaltung auch Getränke, Weihnachtsmenüs oder ein Buffet buchen kann. Termine lassen sich mittlerweile nur noch schwer finden. Essen, Trinken, Unterhaltung – die perfekte Kombination. Seit Jahren ist das Delphi zudem als Location für Erlebnis-Gastronomie bekannt und als solche beim Hamburger Publikum gesetzt. @ Jerzy Pruski
Dass das Delphi insgesamt ein besonderes Theater ist, erkennt man außerdem am Programmangebot der letzten Jahre: von Burlesque-Show, Gothic-Musical bis zum Auftritt der „SixxPacks“ mit Marc Terenzi in 2016. Kuska und Altinger lassen sich nicht in ein gedankliches Korsett zwängen. „Die Atmosphäre ist geprägt von einer ansteckenden Lockerheit. Ein klassisches Theaterstück würde hier gleich in die Hose gehen“, so Kuska. Das Delphi geht daher eigene Wege und setzt vor allem auf Kreativität. Wie beim neuen Stück von Sohn Aron „Wie krass ist das denn?“, das er gemeinsam mit Mehrzad Marashi konzipiert und umgesetzt hat. In dieser Show treten neun Talente aus unterschiedlichen künstlerischen Genres gegeneinander an, die Jury und das Publikum wählen jeweils einen Sieger, der dritte wird per Online Voting ermittelt. Das große Finale mit der Wahl des „krassesten Talents“ Hamburgs findet nach acht Vorstellungen jetzt am 29.11.2017 mit einer Gala und vielen Gästen statt. „Das war ein spannendes Projekt“, erinnert sich Aron Altinger lachend, „wir hatten echt krasse Typen unter den Bewerbern. Zum Beispiel den ersten Fußjongleur der Welt. Der konnte mit seinen Füßen acht Bälle jonglieren.“
Was für ein Theater! Bei solch verrückten Ideen darf sich das Publikum wohl auch zukünftig auf Unterhaltung der besonderen Art im Delphi Showpalast freuen. 

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