Jazz in Hamburg – Da hat sich was getan

 Jazz und Hamburg – das passte in den vergangenen Jahren nicht recht zusammen. Wenige Auftrittsmöglichkeiten, wenig Innovation. Die Szene war klein, das Publikum überaltert und eher an Bewährtem als an Neuem interessiert. Clubs, die von einigen risikobereiten Jazzbegeisterten eröffnet wurden, schlossen ebenso schnell wieder. „Ein Rockmusiker spielt drei Akkorde vor 1000 Personen, ein Jazzmusiker 1000 Akkorde vor drei Personen“ – so ein gängiger Witz.
Es hat sich einiges getan seit vor fünf Jahren das Elbjazz-Festival und Überjazz auf Kampnagel starteten. Inzwischen gilt die Szene als eine Szene der Macher. Es gibt auf der einen Seite die Musiker, die Clubs und Veranstalter, Verbände und Vereine und auf der anderen Seite auch die Medienpartner, die gut zusammen spielen. Und auch die Stadt, die sich so gern als Musikstadt bezeichnet, hat begriffen, dass Jazz zu einer lebendigen Musikszene dazu gehört und unterstützt besonders seit dem letzten Jahr Veranstaltungen und Jazzreihen finanziell und mit Förderpreisen für den Nachwuchs.
Eine, die an der heute ungemein lebendigen Jazzszene maßgeblich Anteil hat, ist Tina Heine, die zusammen mit Nina Sauer die Idee für das Elbjazz-Festival hatte. „Ich glaube, wir haben mit dem Festival einen kleinen Anstoß gegeben“, erzählt sie während eines Gesprächs im Hadleys. „Wir wollten die Szene wiederbeleben und den Jazz mit anderen Bildern in Verbindung bringen. Mit Tanzen und lockerer Atmosphäre“. Ein Tipp für Liebhaber des Jazz ist für sie die Bar Italia im Innenhof der Klosterhof Passage in Eppendorf. Dort wird an drei Abenden Jazz gespielt und mit viel Engagement auch das dreitägige Festival „Summer Jazz“ organisiert. Oder auch das unmittelbar am Fischmarkt liegende Golem mit seinen bemerkenswerten Fat-Jazz Konzerten. Empfehlenswert auch das Zwick in Altona mit seiner Konzertreihe Brauer’s Jazz, bei dem die besten jungen Nachwuchs-Musiker gemeinsam mit Größen der Hamburger Jazzszene spielen. Relativ neu ist die Cascadas Bar in Hamburg Mitte. Dort organisiert die Jazz Federation Hamburg immer mittwochs eine Jam-Session, bei der jeder ganz einfach auf die Bühne kommen und mitspielen kann. Da können junge Nachwuchsmusiker vortragen was sie die Woche über geübt haben und auch mit älteren Kollegen zusammen spielen, freitags gibt’s Konzerte. Zufrieden ist sie aber noch nicht: „Es gibt immer noch keinen festen etablierten Jazz-Club mit hochkarätigen internationalen Gästen in Hamburg. Einen Club mit Bar-Atmosphäre, in dem man tanzen und flirten kann“. Aber viele kleine Reihen. Und wenn man möchte kann man an jedem Abend der Woche live dabei sein.
Tina Heine findet die neue Jazz-Szene in Hamburg jedenfalls wieder lebendiger, eben wieder der Jazz einer echten Metropole.  immer
montags:
Jazzraum im Hafenbahnhof, Große Elbstraße 276
dienstags:
Fat Jazz, Golem,
Große Elbstraße 14
mittwochs:
Jamsession, Cascadas Bar, Ferdinandstraße 12
donnerstags:
Jamsession, Birdland, Gärtnerstraße 122
freitags:
Bar Italia, Eppendorfer Landstraße 61

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