Hans Hummel? Wer war das eigentlich?

Noch heute kennt den Ruf „Hummel Hummel“ in Hamburg jedes Kind. Was aber ein wenig in Vergessenheit gerät, ist die Geschichte die dahintersteckt – und die Person, der wir den Spruch zu verdanken haben. Die wurde übrigens auch als Logo des Hamburg Guide bekannt.

Das Hans Hummel Denkmal
Das Hummel-Denkmal

Eine erste Spur führt uns an die Kreuzung Rademachergang/Breiter Gang. Dort steht seit Jahr und Tag eine Kinderfigur, die ihren blanken Hintern einem Mann entgegenstreckt: dem Wasserträger Hans Hummel. Dazu muss man wissen: Auf „Hummel Hummel“ folgt stets ein „Mors Mors“, wobei Mors nichts anderes bedeutet als Hintern auf Plattdeutsch. Eigentlich erzählt also das Denkmal bereits die Geschichte rund um den Hamburger Spruch.

Denn als der Wasserträger Hans Hummel, der mit bürgerlichem Namen Johann Wilhelm Bentz hieß, Mitte des 19. Jahrhunderts seinem Gewerbe nachging, wurde er oft von den frechen Bengeln der Hamburger Neustadt begleitet und mit Hummel Hummel angeredet. Seine Antwort „Mors Mors“ ist schlicht die verkürzte Form von „Klei mi am Mors“. Übersetzt „Leckt mich doch am…“

Bunte Wasserträger überall in der Stadt

Hans Hummel: Hier in der Einkaufspassage Perle
Der bunte Hans Hummel mit Center-Manager Peter Maßmann in der Einkaufspassage Perle


Das erklärt aber immer noch nicht, warum ein Mann mit Namen Bentz nun Hummel genannt wurde. Mit dem Brummer hat es auf jeden Fall nichts zu tun, wohl aber mit dem Wohnort des Wasserträgers: Der Spitzname ist wohl auf den kurz zuvor verstorbenen Stadtsoldaten Daniel Christian Hummel zurückzuführen, in dessen Wohnung der Wasserträger einzog. Der „echte Hummel“ war bei den Straßenkindern ausgesprochen beliebt, weil er spannende Kriegsgeschichten zu erzählen wusste. Auch der Soldat wurde von den Kindern mit „Hummel Hummel“ begrüßt – und die blieben dann einfach dabei. Der Vorname Hans dagegen ist schlicht auf die Abkürzung von Johannes zurückzuführen.

Hans Hummel vor dem Panoptikum
Hans Hummel vor dem Panoptikum mit dem Chef Dr. Hajo Faerber

Von 2002 an stieß man in Hamburg überall auf den Wasserträger, der generell mit grimmigem Gesicht dargestellt wird. Rund 400 aus Fiberglas gefertigte Hummels bevölkerten damals die Straßen der Innenstadt. Anerkannte Künstler*innen wie Jette Joop, aber auch junge Kunststudenten waren mit der Gestaltung der rund zwei Meter hohen Figuren beauftragt worden. Die Figuren wurden schließlich auf dem Rathausmarkt zusammengebracht und für einen guten Zweck versteigert. Einige von ihnen sind auch heute noch zu sehen: im Superman-Kostüm auf dem Dach der Barkhof Passage, vor dem Panoptikum und der Alster-Touristik (ATG), in der Einkaufspassage Perle oder im Schachbrett-Look am Bleichenfleet. Wir haben die schönsten Hans-Hummel-Figuren für Euch aus dem Archiv geholt – die kann man sich immer wieder ansehen…

Hans Hummel am Bahnhof
Auch am Hauptbahnhof grüßt Hans Hummel – hier mit Tourismusprofi Arne Platzbecker
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