Claus Mirbach feine mobile GmbH – Aus Liebe zum Altmetall

Claus und Britta Mirbach in einem Fiat Balilla aus dem Jahr 1935. Der picobello restaurierte italienische Roadster wurde bereits mehrfach auf Oldtimerveranstaltungen ausgezeichnet. Der Wert des Zweisitzers mit seitengesteuertem 1000-Kubik-Vierzylinder liegt heute bei zirka 50.000 Euro. Ausflüge mit welchem Auto auch immer machen die Beide immer gerne zu beliebten Oldtimertankstelle am Brandshof. http://www.tankstelle-brandshof.de/%5B/caption%5D

Natürlich ist Claus Mirbach ein Autohändler, doch das erklärt gar nichts. Denn eigentlich verkauft der Hamburger Träume. Und zwar solche, die nach Holz und Leder duften, die knattern und brummen und die manchmal auch etwas Öl absondern oder Rauchzeichen ausstoßen – nämlich Oldtimer. Das Fachmagazin „Motor-Klassik“ nennt Mirbach „Deutschlands Nummer eins in der Oldtimer-Branche“. Der Hanseat mit dem fein gestutzten Oberlippenbart ist eine Institution in Sachen Altmetall und eine der ersten Adressen für automobile Raritäten.

Claus Mirbach war es, der den Handel mit Oldtimer überhaupt erst in Deutschland etablierte. Und zwar eher zufällig, wie er heute betont. „Als ich in den fünfziger Jahren ins Geschäft einstieg, hatte ich nicht viel Geld, und alte Autos waren damals billig.“ Sehr billig sogar. Auf einer Südfrankreichreise im Jahr 1958 entdeckte Mirbach auf einem Schrottplatz einen rostigen Bugatti. „Den kaufte ich dem verständnislos mit dem Kopf schüttelnden Schrotthändler für 500 Mark ab, setzte ihn an Ort und Stelle wieder in Gang und fuhr mit dem Wagen zurück nach Hamburg.“ Nach einer Generalüberholung verkaufte er den Bugatti gleich wieder – für 3500 Mark. „Das war mein Start als Oldtimer-Händler.“
Wie viele klassische Automobile er seither kaufte und verkaufte – Claus Mirbach weiß es nicht mehr. Durch seine Hände ging praktisch alles, was Oldtimer-Fans in Verzückung geraten lässt: Bugatti, Bentley, Mercedes, Aston Martin, Porsche, Morris oder Cadillac. Korrektheit war und ist für den Hamburger dabei die oberste Geschäftsmaxime – und zwar gegenüber Käufer und Verkäufer der automobilen Prachtstücke.
Ein Besuch bei Mirbach fühlt sich ein bisschen an wie eine Art Zeitreise in die Vergangenheit, als Autos noch mechanische Kleinode mit Stil und Charakter waren. „Solche wunderbaren Autos baut heute niemand mehr“, sagt der Experte etwas wehmütig. Umso erfreulicher, dass sich Menschen wie Claus Mirbach kompetent um deren Pflege und Fortbestand kümmern.

Jürgen Pander

 

[caption id="attachment_65118" align="alignnone" width="725"] Foto: Geschäftsinhaber Britta und Claus Mirbach mit Töchter Carlotta (l) und Isabell (r) vor einem restaurierten Mercedes 190 SL von 1956 © Dirk Eisermann