Barkassen-Meyer: Seit 100 Jahren volle Fahrt voraus

Kaum ein Hamburg-Besucher kommt ohne aus und auch Bewohner der Stadt gönnen sich ab und an das Vergnügen: Eine Hafenrundfahrt ist eben immer wieder etwas Besonderes.

Barkassen Meyer: die Gerda vor der Elbphilharmonie
Die Schiffe von Barkassen Meyer, gehören zum Stadtbild wie die Elphi ©Stephan Bestmann

Das war auch in den letzten Jahrzehnten schon so, wenngleich die Geschichte von Barkassen-Meyer anders begann. 1919 kaufte Firmengründer Bernhard Meyer die erste Barkasse mit dem putzigen Namen „Pudel“. Zu dieser Zeit dienten die Hafen-Barkassen allerdings nicht dem Amüsement, sondern dem Transport von Waren und als Fähre für die Arbeiter auf den Docks. Das galt auch für die Gerda I und II, mit denen Hans Hähnen, Schwiegersohn des Firmengründers 1938 sein eigenes Geschäft betrieb. Damals kam allerdings noch der Transport von Soldaten dazu.

Barkassen-Meyer. Schiff mit Soldaten an Bord
Auch zum Sodatentransport wurden die Schiffe eingesetzt. @Barkassen-Meyer

In den 1950er Jahren änderte sich das Einsatzgebiet für die urigen Barkassen. Mehr und mehr wurden sie zu Ausflügen und für Hafenrundfahrten eingesetzt. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Heute zählen klassische Hafenrundfahrten mit Landungsbrücken, Speicherstadt und Hafenkränen ebenso zum Repertoire von Barkassen-Meyer wie Pop-Art-Vernissagen oder Krimi-Lesungen.

 Etwas Besonderes sind aber nicht nur die Touren, sondern auch die Schiffe, genauer gesagt, die Kunst-Barkassen. Die Erste war die „Sanna“, die von Frank Bürmann gestaltet wurde. Es folgte die „Lütte Deern“, die ihr kreatives Outfit von Julia Benz erhielt. Dritte im Bunde ist die „Hanseat“,  die von Björn Holzweg gestaltet wurde. Seit dem 28. März schippert eine ganz besondere Barkasse durch den Hafen – auf Initiative von Firmenchef Hubert Neubacher hat Udo Lindenberg dem Schiff einen coolen Look verpasst.

Barkassen-Meyer: Der Inhaber mit Udo Lindenberg
Udo Lindenberg mit Hubert Neubacher, Chef von Barkassen-Meyer, vor der „Ennstal“. ©Stephan Bestmann