Licht – Hamburg bei Licht

In der dunklen Jahreszeit ist Licht mehr als ein Gedanke wert.
Ein Name ist hier in Hamburg besonders mit Licht verbunden. Michael, ein Theatermann, der den Hamburger Jedermann in der Kulisse der historischen Speicherstadt, dem jetzigen Weltkulturerbe, inszeniert. Michael Batz fungiert ebenso als Lichtgestalt für die Inszenierung des BluePorts (CruiseDays). Das Lichtkonzept der Speicherstadt und der Hafenmeile Baumwall beruht auf seinen Ideen.
Dass wir das Wasserschloss als Ikone der Speicherstadt weltweit kennen geht auf die malerische Lichtwirkung der Backsteingotik und der lichtschimmernden Widerspiegelung in den Fleeten zurück. Seit der Beleuchtung sind Lichterfahrten über Elbe und Speicherstadt eine besondere Barkassenfahrt wert. Das Wasserschloss wird nahezu nur noch als Nachtaufnahme verbreitet, als ob tagsüber die Speicherstadt keine magischen Momente hätte! Eine verblüffende Wirkung von Licht.
Behelligen, etwas ins rechte Licht rücken, etwas inszenieren hat hier in Hamburg lange Tradition.
Die ehemals besetzten Häuser der Admiralitätsstraße, das Westwerk, hatten für ihren Protest lediglich Neonröhren eingesetzt und mit wechselnden Spruchbändern ihrer Haltung Ausdruck verliehen. Die Senatoren der Stadt, die an der Ost West Straße vorbeifuhren, konnten den Protest nicht ignorieren. Das Westwerk ist heute noch ein kultureller Ort für viele Künstler und die dort stattfindenden Veranstaltungen. Immer auch guter ein Geheimtipp.
Licht wirkt auf Menschen nicht nur durch die Lichttemperatur, kaltes oder warmes Licht (Licht wird in Kelvin gemessen 4000K ist üblicherweise ein neutrales Weiß, 3000K warm und ab 5000K wird es kalt), es wirkt auch durch Farbe, Frequenz und Standort. Auf der Reeperbahn buhlen verschiedenste Lichtarrangements um die Aufmerksamkeit der Betrachter und schreien nach Aufmerksamkeit. Ebenfalls – nur deutlich subtiler – geschieht das auch an Rathausmarkt und Alster. Hier wirken noch Verordnungen aus Bausenator Schuhmachers Zeiten. Reklameinstallationen von Apple oder der Bank of China am Jungfernstieg durchbrechen dort die hanseatisch zurückhaltenden Art und buhlen wie auf dem Dom um Aufmerksamkeit.
Stadtentwicklung ist heute auch Lichtentwicklung, nicht nur unter dem Aspekt der Sicherheit, sondern insbesondere auch der Wahrnehmung nach außen. Peitschenmast und Lampe rein langt nicht. Gut, das ein Michael Batz in Hamburg lichttechnisch bestens vernetzt ist und sich mehr und mehr Menschen daran erfreuen, wenn die richtige Sache behelligt wird. Warum sollte nicht auch einmal ein Eimsbüttel oder ein Eppendorf wieder ins rechte Licht gerückt werden? Die U3, nachdem sie aus dem Schlumptunnel wieder oberirdisch verläuft, durchschneidet ein großartiges Hamburg, das viel zuwenig nach außen wahrgenommen wird. Warum nicht den Osdorfer Born oder Mümmelmannsberg einmal lichttechnisch inszenieren! Bewusster Umgang im Rahmen eines Lichtfestivals?
Ein Tipp am Rande für vorausschauende Planer
http://www.gregors-hamburg.de/feste-und-events/lichterfahrt/