Farbenrausch in der Fischbeker Heide

Fischbeker Heide im August
Landschaft mit Ziege (vorn links). Neben den Heidschnucken helfen auch diese Huftiere dabei, die Heide zu pflegen. Alle Bilder: ©Loki-Schmidt-Stiftung

Wann, wenn nicht jetzt? Das ist die Frage, die sich jeder stellen sollte, der noch nie in der Fischbeker Heide war. Denn ab Mitte August blüht hier die sogenannte Besenbinderheide und taucht die ganze Gegend in strahlend violette Farben.

Im Gegensatz zu anderen Heidegebieten, etwa der Südheide in der Region um Celle, hat die Fischbeker Heide einen entscheidenden Vorteil: Sie ist nicht so überlaufen. Dementsprechend hat man Raum und Muße, die Landschaft mit allen Sinnen zu genießen.

Wissenswertes im Heidehaus

Fischbeker Heide: das Heidehaus

Reetdach und eine grüne Schnucke als Wegweiser. So findet man das markante Heidehaus in der Fischbeker Heide schnell

Wer sich vor dem Spaziergang genauer über Fauna und Flora der Fischbeker Heide informieren möchte, sollte unbedingt dem Heidehaus einen Besuch abstatten, das die Loki-Schmidt-Stiftung hier betreibt. 
An sechs Thementischen wird dem Besucher Wissenswertes über die Landschafts- und Kulturgeschichte der Heide nahegebracht. Auch eine Heidschnuckenherde ist hier Thema: In einer Filmstation kann man diese im Laufe des Jahres erleben. Ein Aquarium dagegen ist Heimat von Kaulquappe und Sonnentau, die hier beobachtet werden können.

Ein echtes Highlight im Heidehaus der Loki-Schmidt-Stidtung ist zudem die sogenannte Artenschatztruhe, in der allerlei Besonderheiten aus der Heide gesammelt sind.

Wo Schnucken und Eidechsen zu Hause sind

Fischbeker Heide: Schnucken

Emsige Landschaftspfleger: Eine Herde Heidschnucken sorgt dafür, dass der Heideboden verdichtet wird und sich keine Büsche und Bäume ausbreiten können


Der Spaziergang durch die Fischbeker Heide macht dann noch mal deutlich, wie facettenreich diese Landschaft ist. So leben hier mehr als 2000 Kleintierarten, darunter die Heidelibelle oder die seltene Schmetterlingsart Heide-Grünwidderchen. Darüber hinaus sollte man an schönen Tagen ruhig die Heidekrautbüschel am Wegesrand genau beobachten. Mit Glück sieht man dann nämlich eine der Zauneidechsen, die hier ebenfalls zu Hause sind  – natürlich neben den Heidschnucken, die man auch in der Fischbeker Heide öfter antrifft. Aus gutem Grund: Die höchst genügsamen Schafe sind nämlich perfekte Landschaftspfleger. Der Name Schnucke kommt übrigens nicht von ungefähr vom plattdeutschen „Schnökern“ für Naschen. Heidschnucken lieben Abwechslung und naschen am Heidekraut ebenso wie an jungen Gehölzen, Gras und Wurzeln. Dadurch sorgen sie zum einen dafür, dass sich keine Bäume und Büsche auf der Heide ausbreiten können, andererseits verdichten sie mit ihren Hufen aber auch den Boden. Mit Sicherheit wird man der Herde, die den Boden der Fischbeker Heide pflegt, bei einem Spaziergang begegnen.