Architektursommer 2026: Hamburg zwischen Zukunft und Tradition

Historie und Moderne: der Michel und die Elbphi.

Noch bis zum Juli laden die Veranstalter des 11. Hamburger Architektursommers zu vielen hochkarätigen Veranstaltungen ein. Das ist ein guter Anlass, um mal einen Blick auf die Architektur Hamburgs zu werfen.
Was besonders auffällt: Die Hansestadt bietet einen einzigartigen Mix aus alt und neu. Mal zeigt sie sich von ihrer historischen Seite, mal präsentieren sich kühne Architektenentwürfe. Nirgendwo wird das harmonische Miteinander von Historie und Moderne so deutlich wie beim Anblick der Hamburger Elbphilharmonie und dem Michel, die beide dementsprechend häufig zusammen fotografiert werden: Auf der einen Seite das Gotteshaus, dessen erste Fassung am 14. März 1661 geweiht wurde, auf der anderen Seite das markante Gebäude der Konzerthalle mit ihrem ikonischen Dach, das am 11. Januar 2017 eröffnet wurde.

Alt und neu:: die Reeperbahn und die Tanzenden Türme.

Auch die Reeperbahn und die Tanzenden Türme am Eingang zu Hamburgs sündiger Meile sind ein gutes Beispiel für die Kontraste in Hamburg: Die Reeperbahn gibt es in diesem Jahr bereits seit 400 Jahren, während die Tanzenden Türme des Stararchitekten Hadi Teherani im August 2012 fertiggestellt wurden. Seitdem freuen sich beispielsweise Besucher des Restaurants „Clouds“ (aktuell wegen Renovierung geschlossen) über einen Traumblick, während Musikfans im „Mojo Club“ feiern gehen.

Auch das Chilehaus gehört zu den historischen Gebäuden.

Auch in anderen Ecken der Stadt leben moderne und historische Gebäude in bester Harmonie. Das wird nicht nur im Kontorhausviertel mit dem Chilehaus deutlich, sondern auch rund um den Hafen: Da gibt es einerseits die historische Speicherstadt mit ihren markanten Backsteinfassaden, andererseits die HafenCity mit ihren teilweise futuristischen Wohn- und Geschäftshäusern wie dem Unileverhaus. Dessen Architektur und Nachhaltigkeit wurden bereits mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem World Architecture Festival Award.

Spektakulärer kann man einen Sonnenuntergang nicht erleben als vom Dockland aus.

Zwischen der Verkehrsader Willy-Brand-Straße, dem trubeligen Geschäftsviertel rund um den Großen Burstah und dem Rödingsmarkt dagegen liegt die Deichstraße, eines der markantesten Wahrzeichen Hamburgs mit ihren Wohn- und Kontorhäusern, die im 17. Jahrhundert erbaut wurden. Sie sind das letzte Überbleibsel des großen Brands, der 1842 halb Hamburg in Schutt und Asche legte. Heute laden hier Restaurants wie das „Ti Breizh“ zum Genießen ein.

Die Elbe und ihre Fleete bestimmen in der Hansestadt überall das Bild – und auch hier kann man wunderbare Kontraste zwischen Alt und Neu entdecken. Zu de berühmtesten (und meistfotografierten) Gebäuden der Stadt gehört etwa das Wasserschloss mit seiner einzigartigen Lage auf einer Halbinsel zwischen den Fleeten. Heute ist es Heimat des Teekontors und eine echte Traumlocation.
An der Elbe dagegen liegt das markante Bürogebäude „Docklands“, das 2006 nach einem Entwurf des Architekturbüros Bothe Richter Teherani fertiggestellt wurde.

Einzigartige Lage und eine lange Geschichte: das Wasserschloss.

Allerdings gibt es auch immer wieder Diskussionen darüber, wie gut die Integration alter und neuer Architektur in Hamburg eigentlich gelingt.
Während Bauwerke wie das Chilehaus oder die alten Bauten am Nicolaifleet viele Fans haben, entbrennen über moderne Viertel immer wieder Diskussionen: Ist das schön oder einfach nur hässlich?

Am Nicolaifleet sind alt und neu gute Nachbarn.

Dabei darf man aber nicht vergessen, dass diese Diskussionen nicht neu sind. Als seinerzeit die Speicherstadt errichtet wurde, gab es ebenfalls heftige Debatten. Aus gutem Grund: Für den Bau dieses Lagerhauskomplexes wurden ab 1883 etwa 20.000 Menschen zwangsumgesiedelt und über 1.100 Häuser abgerissen. Familien verloren ihr Zuhause, Senioren ihre Geburtshäuser, gute Nachbarn wurden voneinander getrennt…

Hell und lichtdurchflutet zeigen sich die Häuser in der HafenCity.

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