Anker los: Heavy Metal in Hamburg und umzu

Anker los: Am Hafen dürfen sie natürlich nicht fehlen

Zunächst einmal ist ein Anker natürlich „eine Einrichtung, mit der ein Wasserfahrzeug am Grund festgemacht wird, um nicht durch Wind, Strömung, Wellen oder andere Einflüsse abgetrieben zu werden“. Soweit Wikipedia.

Aber wir wollten es natürlich genauer wissen und haben deshalb mal Knaurs Lexikon der Symbole zu Rate gezogen. Dort heisst es sinngemäß, dass der Anker für Hoffnung, vor allem aber auch für Vertrauen, und Zuversicht steht. Eine besondere Bedeutung hatte der Anker übrigens zur Zeit der Christenverfolgung. Damals galt er als getarntes Symbol für das Kreuz, weil er durch den Querbalken, der übrigens Schwammholz genannt wird, an ein eben solches erinnert.

Wir versuchen im Leben, den richtigen Kurs zu finden, werfen Dinge über Bord und setzen die Segel neu – da braucht es einen Anker, um nicht unterzugehen. Das kann ein geliebter Mensch sein, das können aber auch gute Freunde sein. Genau aus diesen Gründen gehört der Anker auch heute zu den beliebtesten Schmuck-Motiven überhaupt. Gern auch in Kombination mit dem Kreuz und dem Herz. Bei uns Nordlichtern allerdings hat der Anker noch eine andere Symbolik: Wir zeigen mit ihm unsere Liebe zum Meer. Manchmal aber auch unsere Liebe zu einem kühlen Bier oder einem Klaren – nämlich dann, wenn wir eine der vielen Kneipen besuchen, die das Wort Anker im Namen tragen.

Gorch-Fock-Stein

Anker los: Gedenkstein in Finkenwerder
Der Gorch-Fock-Stein samt Anker.  © Ajepbah / Wikimedia Commons / Lizenz: CC-BY-SA-3.0 DE

Dieses Denkmal befindet sich in Hamburg Finkenwerder und erinnert an Johann Wilhelm Kinau – besser bekannt als Gorch Fock. Der Heimatdichter, der 1880 in Finkenwerder geboren wurde, hat für seinen Geburtsort viel getan. So gründete er gemeinsam mit seinem Schulfreund Heinrich Wriede unter anderem 1906 die Finkenwarder Speeldeel. Darüber hinaus setzte er seiner Heimat mit mehr als 60 Geschichten ein Denkmal. Auch Theatergründer Richard Ohnsorg war von Gorch Fock angetan und führte 1912 sein Stück “Doggerbank” im Altonaer Schillertheater auf. Der größte Erfolg von Fock war jedoch der Roman “Seefahrt ist not!”, der 1913 erschien und in dem er das harte Leben eines Hochseefischers schilderte. In Finkenwerder erinnert jedoch nicht nur der Gedenkstein samt Anker an Gorch Fock, sondern auch die gleichnamige Halle, die von Fritz Schumacher entworfen wurde.

Anker der Hoffnung

Der Anker der Hoffnung
Der Anker der Hoffnung steht vor dem Unilever-Haus

Keine Frage: Das Unilever-Haus in der HafenCity ist mit seinen futuristischen Formen und der nachhaltigen Bauweise schon ein architektonischer Meilenstein in der Hansestadt. Direkt am Eingang befindet sich der „Anker des Lebens“ der Obdachlosen-Initiative „Hinz & Kunzt“. Das maritime Symbol soll an all die Menschen erinnern, die Hinz & Kunzt in ihrem Testament bedacht haben. Hinz & Kunzt ist Deutschlands auflagenstärkstes Straßenmagazin. Das Heft wird von Profis gemacht und von mehr als 500 Obdachlosen, Wohnungslosen, Ex-Obdachlosen und von Menschen in prekären Lebenslagen auf der Straße verkauft. Damit bietet Hinz & Kunzt eine unbürokratische Beschäftigung für Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt kaum Chancen haben und fördern das soziale Klima.

Ahoi Rum

Anker los – auch beim Rum
Stark, süß und lecker: Ahoi Rum

Rum und Anker, das gehört irgendwie zusammen. Und wenn dann mit Pauli Spirit auch noch Brenner ins Spiel kommen, bei denen ehrliches Handwerk im Vordergrund steht, entsteht was richtig feines: der Ahoi Rum nämlich. Mit 40 Umdrehungen bestimmt kein Getränk für schwache Gemüter, dafür aber mit einer wunderbaren Karamellnote. Dass Ahoi Rum in einer Tonbuddel mit Bügelverschluss daherkommt, hat ihn mittlerweile zum echten Kult gemacht – auch jenseits von Hamburg übrigens.

Willkomm Höft

Schiffe begrüßen – stilecht mit Anker
Anker an der Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm-Höft.

Im kommenden Jahr wird die Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm-Höft auch schon 70 Jahre alt. Mehrere hunderttausend Schiffe sind in dieser Zeit an der Anlage vorbeigekommen, an der es an Land natürlich auch einen Anker gibt. Sie alle wurden mit den Worten „Willkommen in Hamburg, wir freuen uns, Sie im Hamburger Hafen begrüßen zu dürfen“ begrüßt – natürlich in der Heimatsprache und mit der Nationalhymne des Landes, unter dessen Flagge das Schiff unterwegs ist. Dieses Spektakel kann man übrigens vom Neuen Schulauer Fährhaus am besten erleben und dabei leckere, hanseatische Spezialitäten genießen.

Teatime

Auch auf dem Teegeschirr macht sich der Anker gut
Zartes Porzellan trifft auf Tattoo-Kunst. ©Porzellanmanufaktor Paliang

Die Hamburger Porzellanmanufaktur Paliang schafft mit ihrer „Tatoodition“ einen ganz besonderen Mix aus Ambiente und Millieu. Denn die hauchzarten Porzellankunstwerke sind geschmückt mit Motiven des legendären Kiez-Tätowierers Christian Warlich. Neben dem Teeset „Teatine“ gibt es viele weitere schöne Dinge: Becher, Teller, Müslischalen…

Reeperbahn

Anker los: auf der Reeperbahn

Der Hamburger Kiez und der Anker: Zwei, die zusammengehören. Denn wo, wenn nicht in einem Viertel, das traditionell eng mit der Seefahrt verbunden ist. Zur Erinnerung: Die Reeperbahn hat ihren Namen von den Reepern, also den Herstellern von Seilen, die vielfach in der Seefahrt Verwendung fanden. Auch die Seilerstraße zeugt von dieser Vergangenheit. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die vielen Seeleute, die auf der Reeperbahn ihre Heuer unter die Leute – oder besser, die Damen – brachten. Keiner hat das jemals so gut beschrieben, wie Hans Albers in seinem berühmten Lied „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“

Altonaer Balkon

Anker Ensemble am Altonaer Balkon
Ensemble aus Anker und Schiffsschraube

Die Anker, einer davon mit der schweren Ankerkette, sind Teil eines marinen Ensembles am Altonaer Balkon. Man findet es im östlichen Teil des Parks in der Nähe des Helgoland-Denkmals. Ebenfalls zu dem Ensemble gehört eine Schiffsschraube (hinten). Dieses ungewöhnliche Denkmal ist übrigens ein tolles Fotomotiv, wenn man dort unterwegs ist – und das lohnt sich bei jedem Wetter. Der Altonaer Balkon bietet nämlich atemberaubende Ausblicke auf den Großteil des Containerhafens, die imposante Köhlbrandbrücke, den alten Hafenterminal, den Schiffsverkehr sowie das bunte Treiben entlang der Elbe.

Blechkunst

Anker für den eigenen Garten
Prioriätten setzen: Dieser Wegweiser zeigt immer das richtige Ziel. ©Blechkunstdesign

Nicht nur für Exil-Hamburger das ideale Geschenk: Der Gartenwegweiser von Blechkunstdesign macht sich auch im Schrebergarten an der Bille schön – oder im Vorgarten in Sasel. Denn neben dem dekorativen Ankermotiv zeigt er zielgerichtet auf viele Orte in Hamburg, die uns allen immer wieder aufs Neue Spaß machen, uns inspirieren und die unsere Stadt zu etwas ganz Besonderem machen.

Hafenmuseum

Vor dem Hafenmuseum findet man zwei dieser Giganten
Arbeiter-Klasse: Zwei Anker im Ruhestand am Hafenmuseum

Hier stehen Anker nicht für Kunstwerke oder haben Symbolcharakter, sondern sind Arbeitsgeräte. Diese beiden ehrwürdigen Exemplare haben wir am Hafenmuseum gefunden. Dieses Museum bietet interessante Einblicke in die Geschichte der Schifffahrt und des Güterumschlags im Hamburger Hafen. Es besteht aus einer Ausstellung im Kaischuppen 50 A und einem Außenbereich im Hansahafen. Dort sind auch schwimmende Objekte zu sehen, etwa ein Schwimmdampfkran oder der Stückgutfrachter „MS Bleichen“. Vor allem aber ist das neue Hamburger Wahrzeichen im Hansahafen gelandet – die „Peking“.

Landungsbrücken

Ankersäule an den Landungsbrücken
Die letzte ihrer Art: Säule mit Ankermotiv an der Station Landungsbrücken ©NordNordWest – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16243329

Wenn sie nicht gerade im Weg stehen oder man sich an sie anlehnt, schenkt man den Säulen in Hamburger U- und S-Bahn-Stationen selten auch nur einen Blick, Das sollte man aber – beispielsweise an der Station Landungsbrücken. Denn dort findet sich im Eingangsbereich die letzte ihrer Art: eine Säule mit Ankermotiv, gestaltet von Hans-Günther Baass. Bis zur Renovierung des S-Bahnhofs in den 1980er Jahren gab es etliche dieser Säulen, dazu kamen maritime Bilder an den Wänden.

Astra St. Pauli Brauerei

Kein Astra-Logo ohne Anker
Bierchen mit Herz: in der Astra St. Pauli Brauerei

Wenn Herz und Anker ein Symbol bilden, kann ja gar nix mehr schiefgehen. Bei der Astra St. Pauli Brauerei hat man ein Herz für die Gäste und ist der Tradition des Brauhandwerks verwurzelt. Das wiederum führt dazu, dass hier acht verschiedene Craft-Biere angeboten werden, mit Liebe und Handwerk gemacht. Puristen aber bekommen in der Brauerei natürlich auch ihre heißgeliebte Knolle: die klassische Astra-Flasche mit dem Urtyp.

Blankenese

Hier dient der Anker als Wegweiser
Ankerplatz für leckeres Essen: Kajüte S.B.12

Dieser Wegweiser ist so derartig typisch Hamburg, dass wir ihn unbedingt mit in unsere Anker-Geschichte aufnehmen mussten. Nicht nur, weil davor eben ein solcher Anker liegt, sondern auch, weil der Weg zu leckeren Fischbrötchen weist. Die gibt es übrigens – hoffentlich bald wieder – in der Kajüte S.B. 12, am Blankeneser Elbstrand, genauer gesagt am Strandweg 79.

Ankerherz

Der Ankerherz-Verlag gehört natürlich auch dazu
Die Liebe zum Norden ist manchmal reine Kopfsache! ©AnkerherzVerlag

Keine Frage: Hollenstedt, der Sitz des Ankerherz-Verlags, gehört nicht wirklich zu Hamburg, sondern zu Niedersachsen. Aber dafür ist Ankerherz für uns typisch Hamburg: Ein Verlag, der klare Kante gegen rechts zeigt, bei dem die Liebe zur See in vielen Büchern mehr als deutlich wird und bei denen es so wunderbare Accessoires wie die Basecap oben gibt, macht Ankerherz klar zum Hamburger der Herzen.

Barkassen Meyer

Anker los: die Kunstbarkasser Sanna
Die Cabrio-Barkasse Sanna mit ihrem schönen Ankermotiv am Bug

Die Kunstbarkassen von Barkassen Meyer sind aus dem Hamburger Hafen nicht mehr wegzudenken. Dazu gehört auch die Sanna mit ihrem dekorativen Ankermotiv am Bug. Sie ist übrigens eine Cabrio-Barkasse, bietet also einen 360 Grad Blick bis in die hintersten Ecken der Speicherstadt. Wird Zeit, dass wir endlich wieder damit schippern können! Hoffen wir also auf einen sonnigen Sommer, in dem die Beschränkungen aufgehoben werden…

Blohm + Voss

Vor Blohm + Voss

Natürlich darf ein Anker auch vor Blohm + Voss nicht fehlen – immerhin ist die 1877 gegründete Werft die letzte Großwerft im Hamburger Hafen. Auch heute noch gehören die gigantischen Werftanlagen gegenüber den Landungsbrücken zum Hamburger Stadtbild wie die Alster oder der Michel. Im Laufe der Unternehmensgeschichte liefern hier legendäre Schiffe vom Stapel. Dazu gehörten die Wilhelm Gustloff ebenso wie die Gorch Fock oder die Cap Arkona.

Stadtkirche Glückstadt

In Glückstadt hängt ein Hamburger Anker an der Kirche

Wie die Headline schon nahelegt, haben wir nicht nur in Hamburg, sondern auch umzu – also um Umland – nach Ankern geschaut. Und dieser hier darf nicht fehlen: An der Außenmauer der Stadtkirche in Glückstadt hängt seit dem Jahr 1603 nämlich ein Anker, der direkt mit der Hansestadt zu tun hat. Die Glückstädter haben ihn damals bei der Schlacht von Krautsand von einem hamburgischen Kriegsschiff erobert.

Anker-Deko

Selbst auf dem Kaffee macht sich der Anker gut
© Pixabay

Schon spannend, was man mit einem Anker so alles anfangen kann. Hier schmückt er die Crema eines leckeren Kaffees – und verleiht ihm hanseatisches Flair. Übrigens: Warum Kaffee in Hamburg Kult ist, erfahrt Ihr in der nächsten Ausgabe des Hamburg Guide, die Mitte März erscheint.

Mural in Harburg

Ganz schön farbenfroh präsentiert sich das Mural an der Harburger Kanalstraße. Die Künstler DXTR & Rookie haben auch den Anker bei ihrem maritimen Bild nicht vergessen – ihr findet ihn unten links. Entstanden ist das Wandgemälde im vergangenen Jahr im Rahmen der Aktion „Walls can dance“.