Kleinstes Hotel Hamburgs – Ein Hotel im Hafenkran

Das Wohnzimmer des Hafenkrans
Das Wohnzimmer

Johann Wolfgang von Goethe sagte einst, dass es auf der Welt auf einen gescheiten Einfall und auf einen festen Entschluss ankäme. Wie recht er damit hat, davon könnte Tim Wittenbecher ein Liedchen trällern. Wittenbecher, Mitbegründer und Geschäftsführer der Floatel GmbH, ist neben Marc Nagel und Hans Cornehl einer der Initiatoren des kleinsten Hotels Hamburgs in einem historischen Schwimmkran – dem Floatel. Die Idee klingt nicht nur etwas verrückt, sie ist es auch ein wenig. Schließlich ist die Überlegung, aus einem historischen Schwimmkran im Hamburger Hafen eine romantische und maritime Übernachtungsstätte zu schaffen, nicht alltäglich. Doch alles der Reihe nach.

Der gebürtige Hamburger Tim Wittenbecher besitzt einen Faible für außergewöhnliche Projekte. Schließlich hat er mit seiner Frau Heike bereits drei Leuchttürme in Dagebühl, auf Usedom und in Bad Saarow in einzigartige Übernachtungsstätten verwandelt. Als sein inzwischen verstorbener Freund Gereon Boos die Idee hatte, den 1947 erbauten alten Schwimmkran in ein Hotel umzubauen, war er sofort Feuer und Flamme. „Schließlich war nicht nur die Idee eines solchen Projektes sehr reizvoll, auch die Aussicht, die sich im Rumpf des Schwimmkrans befindende Hamburgensie „Harrys Hamburger Hafenbasar“ dauerhaft zu erhalten, diente als Antrieb“, erinnert sich Wittenbecher an die Anfänge.

Diese Sammlung mit mehr als 300.000 Exponaten hatte Boos 2011 übernommen und mit seinen Freunden Harm Reese und Edmund Siemers, die ihn beim Betrieb des Hafenbasars unterstützten, zu erhalten versucht. Als die Stiftung Hamburg Maritim dann 2012 den Schwimmkran vor der Verschrottung rettete und Boos überließ, war der Grundstein sozusagen gelegt. Nach Boos´ Tod 2014 war es Tim Wittenbecher und Marc Nagel ein besonderes Anliegen, dessen letzten Wunsch in die Tat umzusetzen. Und so begann eine Jahre andauernde, kosten- und arbeitsintensive Planung und Umsetzung.

Der Hafenkran in der Außenansicht
Der Hafenkran in der Außenansicht

Ist der Umbau von Leuchttürmen schon eine Herausforderung, so ist es der Umbau eines schwimmenden Hafenkrans in das kleinste Hotel Hamburgs erst recht. „Allein die Genehmigungsverfahren für das zukünftige Hotel und das Sicherheitskonzept waren echte Herausforderungen“, erzählt Wittenbecher von den Hürden, die es zu meistern galt. „Schließlich gilt es, einen gescheiten Evakuierungsplan bei Sturmflut für die Hotelgäste bereit zu halten.“ In einem solchen Fall würden die Übernachtungen abgesagt, oder die Gäste würden in das kooperierende Hotel 25hours verlegt werden.

Die Arbeit hat sich gelohnt, und Anfang April tritt der auf der Behrens-Werft auf Finkenwerder umgebaute Schwimmkran seine letzte Reise an seinen Liegeplatz im Sandtorhafen an. Hier werden nun Hotelgäste ihren Ausblick auf die Elbphilharmonie und den Hamburger Hafen genießen können. Dabei lässt nicht nur das Panorama, sondern auch das Interieur wenig Wünsche offen. Die Ausstattung ist funktionell und edel zugleich: Die Bar im Salon besteht aus 100 Jahren alten Holzplanken, eine Dusche mit Kaminfeuer und das Doppelbett mit Shuj-Seide versprechen einen Aufenthalt, der Luxus und Romantik vereint. Dass das Konzept aufzugehen scheint, lässt das bereits über Monate ausgebuchte kleinste Hotel Hamburgs im historischen Hafenkran erahnen. So freut sich Hamburg über eine neue Attraktion, während sich Hotelbesucher von einem besonderen Ort verzaubern lassen dürften.

Weitere Informationen zur Ausstattung und zu den Preisen erfahren Interessierte unter http://www.floatel.de

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