Kaffee – Renaissance der Edelbohnen

„Dieses nachgemachte Blut ist so balsamisch abgekocht, von so gesunden Kräften, so dass es auch so gar in den verdrießlichsten Gesellschaften angenehme Dienste tut“, schwelgte der deutsche Dichter Daniel Stoppe zu Beginn des 18. Jahrhunderts: Er sprach vom Kaffee, der gut 100 Jahre nach ersten Gerüchten vom wundersamen „schwarzen Trank“ aus dem Orient zum populären Genussmittel in Europa geworden war.
In Hamburg entstand um 1679 das erste von einem Engländer gegründete Kaffeehaus, dem viele folgten. Es waren Orte geselligen und politischen Austauschs zwischen Künstlern und Intellektuellen und Umschlagplätze für Neuigkeiten, die sich zu Zentren der Aufklärung entwickelten. Dabei blieb das Getränk lange ein Luxusgut, das sich nur die Reichen leisten konnten. Erst durch den systematischen Plantagenanbau und den Wegfall hoher Zölle ersetzte der Kaffee ganz allmählich die bis dahin üblichen alkoholischen Getränke. Denn noch im 18. Jahrhundert war die Biersuppe die gängige Frühstücksnahrung und Bier das Getränk, das man den ganzen Tag über zu sich nahm. Der ständige, leichte Rausch, den die Menschen damals gehabt haben müssen, gehörte damit „leider“ der Vergangenheit an.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war der schwarze Trunk sehr teuer, vor allem die hohen Steuern machten den Kaffee für viele unbezahlbar. Erst 1953 machte Konrad Adenauer den Wählern ein Geschenk und senkte die Kaffeesteuer von 10 DM auf 3 DM pro Kilo; damit war der Weg frei für den Massenkonsum. 1970 gab es etwa 300 kleine Kaffeeläden mit Rösterei in Hamburg – heute kann man sie an den Fingern abzählen. Kaffee ist zur Massenware geworden, die Supermarktketten überbieten sich mit Billigangeboten.
Doch seit einigen Jahren gibt es einen neuen Trend. Die Bohnen sollen hochwertig, sortenrein, wenn möglich aus nachhaltigem Anbau stammen und fair gehandelt werden. Dazu von Hand veredelt und traditionell schonend geröstet können sich im Gegensatz zur Industrieware die vielfältigen Aromen und Geschmackstoffe voll entfalten. Raritäten wie Wildkaffee oder den weltberühmten Kopi Luwak, auch Schleichkatzenkaffee genannt, stehen hoch im Kurs und finden immer mehr Liebhaber.

Wer einmal handgerösteten Kaffee probieren möchte:

Becking Kaffee – Hamburger Kaffeemanufaktur seit 1928
http://www.becking-kaffee.de
Seit 1928 werden in der Kaffeemanufaktur im Kontorhaus Kaffeebohnen veredelt. Dort kann man neben den verschiedenen Kaffee- und Espressosorten unter anderem auch Kaffeeliköre, Kaffeeseife und Gewürze kaufen oder einfach die Kaffeespezialitäten ausprobieren.

Die Rösterei
http://www.die-roesterei.com
Neben frisch gerösteten Kaffeemischungen, Aroma-, sortenreinen Kaffees und Espresso gibt es in der Rösterei auch seltene Kaffeespezialitäten wie Wildkaffee aus dem Urwald Äthiopiens und aus kleinen und seltenen Anbaugebieten wie Hawaii und Jamaica Blue Mountaine.

Speicherstadt Kaffeerösterei
www.speicherstadt-kaffee.de
In dem hauseigenen Fabrikladen in der Speicherstadt werden rund 40 Kaffee- und Espressosorten angeboten. Direkt in der Mitte des Gastraumes wird der Kaffee täglich frisch geröstet. So haben die Gäste die Chance, eine Kaffeeröstung live mit zu erleben.

Kaffeerösterei Burg
http://www.kaffeeroesterei-burg.de
In dem Traditionsladen können die Kunden zwischen 24 reinen Kaffeesorten, 45 Aromakaffees und sechs Espressosorten wählen. In der Münsterstraße bietet die Familie Burg Führungen durch ihr Kaffeemuseum an, in welchem man neben einer Menge neuem Wissen auch vieles zu Sehen bekommt.

kopiba Kaffeerösterei & Bar
http://www.kopiba.de
Mitten im Schanzenviertel lockt die Kaffeerösterei tagsüber ihre Gäste mit frisch geröstetem Kaffee, selbst gemachtem Kuchen und anderen Leckereien. Besonders bekannt ist das Kopiba für seinen St. Pauli Deathpresso. Am Abend verwandelt sich die Kaffeerösterei in eine Bar mit leckeren Kaffee-Cocktails.

fab.coffee ROASTERY
http://www.fabcoffee.de
Miteigentümer und Namensgeber Fabian Schmidtke legt bei der Verfeinerung der Bohnen viel Wert auf Herkunft und Qualität. Seit Mai 2015 verfügt das Café in der Gaußstraße über einen eigenen Röster. Cafébesucher können so live dabei sein, wie ihr Kaffee geröstet wird. Bei der Röstung wird ein individuelles und schonendes Verfahren angewendet. Kaffeeliebhaber können die Espressoblends und Filterkaffeesorten von fab.coffee direkt im Café genießen oder für zu Hause kaufen. Außerdem gibt es selbst gebackenen Kuchen, leckeres Frühstück und hauseigene Limonaden.

Torrefaktum
http://www.torrefaktum.de
Das Torrefaktum ist eine Kaffeerösterei mit Café. Ob als Coffee to Stay oder zum Mitnehmen für zu Hause: In der Bio-zertifizierten Manufaktur wird Kaffee zelebriert. Mehrmals am Tag werden die Kaffeebohnen frisch geröstet. Von sehr hohen sozialen und ökologischen Anforderungen über die Herkunft bis hin zur Verarbeitung des Kaffees – auf Transparenz wird großer Wert gelegt.