Kammerspiele Hamburg – Vater und Sohn

Rufus Beck ist als Vorleser der Harry-Potter-Bücher, der erfolgreichsten Hörbuchreihe aller Zeiten, populär geworden. Für die Interpretation hat er vier Goldene und vier Platin Schallplatten sowie im Jahr 2008 den Publikumspreis bekommen. Jenseits von Potter ist er auch eine der Stimmen bei Hörbuch Hamburg, einem der führenden Hörbuchverlage im deutschsprachigen Raum.  Steigt man in Hamburg als Gast in ein Taxi und kommt mit dem Fahrer ins Gespräch, lässt man sich schon Mal zumindest von der Schönheit der Stadt überzeugen. Die Hamburger machen scheinbar einen verliebten Eindruck. Warum? Dafür gibt es wohl so einige Gründe. Sei es der morgendliche Klönschnack am Hafen, das grüne Stadtbild, die Elbe und die Alster, das Nachtleben in den Bars und Cafés oder das kunterbunte kulturelle Angebot.
Rufus Beck hatte in der Hansestadt seine Zelte aufgeschlagen. Der Schauspieler, Synchronsprecher, Regisseur, dreifache Vater und Sportler spielte für drei Monate die Bühne der Kammerspiele Hamburg. Zusammen mit seinem Sohn Jonathan Beck spielten sie in „Zorn“, den scheinbar erfolgreichen Vater und Sohn aus gutbürgerlicher Mittelschicht, die sich nach einem überraschenden Vorfall vor neuen Herausforderungen gestellt sehen. Die sonore Stimme, die graue Mähne und die sportlich schlaksige Figur sind unverkennbar. Ob als Synchronsprecher, in vielen Hörbüchern, in der Rolle des homosexuellen Walter in Doris Dörries „Der bewegte Mann“ (1994) oder als Magier und Regisseur in Peter Maffays Kindermusical „Tabaluga“ – er überzeugt mit seinem Charme und Facettenreichtum.
Harmonisch erscheint auch die Zusammenarbeit mit seinem Sohn Jonathan. Zum ersten Mal machten sie gemeinsam Theater. Auch wenn sie schon seit längerem Arbeitskollegen sind, ist es dennoch etwas Besondere auf der Bühne Vater und Sohn spielen zu können. Und das tun sie glanzvoll.
Ganz im Gegensatz zu den beiden Figuren des Stücks Patrick und Joe, bilden die beiden Münchner ein begnadetes Duo, das nicht nur sind schauspielerischen Talente, sondern auch seine sportlichen Hobbys miteinander teilt. In Hamburg fehlen zwar die Berge zum Klettern und Wandern, das soll aber nicht im Weg der sportlichen Aktivitäten der beiden stehen. An der Elbe entlang wird gejoggt und auf der Alster wird gern Mal gesegelt, wenn sie vor den Proben und zwischen den Auftritten Zeit finden. Rufus und Jonathan sind begeistert von Hamburg und genießen nicht nur das Gastspiel in den Kammerspielen, sondern auch ihre Freizeit in der Hansestadt.
Eine der schönsten Theaterbühnen Hamburgs lockt mit neuzeitigen Stücken und einem fabelhaften Produktionsteam immer wieder hochkarätige Schauspieler nach Hamburg.
Seit knapp 70 Jahren, nach der Wiedereröffnung des Hauses unter der Intendanz von Ida Ehre, sind die Kammerspiele ein Schauplatz für Themen, die Menschen bewegen und zum Nachdenken anregen.
Die traditionsreiche Bühne der Kammerspiele ist eine der vielen Schokoladenseiten der Stadt. Wenn man den Taxifahrer vor dem Aussteigen also noch mal fragt, was genau er an Hamburg so schön findet, so wird man wahrscheinlich keine genaue Antwort bekommen. Es ist wohl einfach das eindrucksvolle Theater das sich hier tagein tagaus abspielt.  Segeln ist ein gemeinsames Hobby – und bringt offensichtlich jede Menge Spaß