NDR Elbphilharmonie Orchester / Jukka-Pekka Saraste

Datum/Zeit
10/01/2021
ab 11:00 Uhr

Kategorien


Dmitri Schostakowitsch war ein Meister des Versteckspiels. Immer wieder hat er verschlüsselte Botschaften in seine Werke eingeschmuggelt – wahrscheinlich auch in seine Elfte Sinfonie. Auf den ersten Blick scheint ihr Inhalt klar: Unter dem Titel »Das Jahr 1905« schildert sie das Geschehen der damaligen evolution in einer plastischen Klangsprache. Der Spannungsbogen führt von der beklemmenden Atmosphäre vor dem Zarenpalast über das grausame Gemetzel des »Blutsonntags« bis zur Totenklage und em Blick in die Zukunft. Die Uraufführung des Stücks im Jahr 1957 beschert dem Komponisten einen  umjubelten Erfolg; Eine Musik ganz nach dem Geschmack der sowjetischen  Kulturpolitik. Aber ist das auch die ganze Wahrheit? Oder hat Schostakowitsch vielleicht auch hier wieder einen doppelten Boden eingezogen?

Es liegt zumindest nahe, dass der Komponist mit dem historischen Sujet auch auf die Gegenwart verweist. Unter der Führung von Chruschtschow erlebte die poststalinistische Sowjetunion zwar eine Periode des »Tauwetters« – doch auf den Aufstand der Ungarn im Jahr 1956 reagierte er mit derselben Härte wie sein Vorgänger. Gut möglich, dass diese Brutalität auch in den Klängen der Sinfonie widerhallt.

Vor dem orchestralen Schwergewicht dirigiert Jukka-Pekka Saraste ein Werk, das eine ganz andere Facette des 20. Jahrhunderts zeigt: In seinem Konzert für zwei Klaviere – gespielt von Lucas und Arthur Jussen – verbindet Francis Poulenc Einflüsse aus Varieté, Jazz, Romantik und balinesischer Musik zu einem bunten Stilmix.

 

Event direkt Buchen:

hier klicken

Location: Elbphilharmonie (Großer Saal) | Platz der Deutschen Einheit 1 | 20457 Hamburg