Die U-Bahn: Hamburgs faszinierender Underground

Am 1. Februar 1902 begann in Berlin ein neues Zeitalter der Mobilität: Die erste U-Bahn nahm Fahrt auf. 1912 zog Hamburg nach. Heute fahren die Untergrund-Bahnen auf knapp 107.000 Kilometer Streckennetz. Damit ist das U-Bahn-Netz der Hansestadt das zweitgrößte nach dem der deutschen Hauptstadt.

Elbbrücken

Willkommen in der Zukunft! ©Pixabay

Willkommen in der Zukunft. Ihr futuristisches Ambiente hat die Station Elbbrücken bereits zum beliebten Fotomotiv gemacht. Kein Wunder: Der hypermoderne Tunnel wirkt gleichzeitig massiv und filigran. Darüber hinaus erinnert er ein wenig an ein Raumschiff. Entworfen hat den Bahnhof das renommierte Architektenteam von  Gerkan, Marg und Partner, gmp. Das realisiert zurzeit auch das Springer-Quartier und das Kongresshotel Elbbrücken am Baakenhafen.

Hagenbecks Tierpark

Wohin der Weg hier führt, ist klar – direkt zum Tierpark

Felle, Federn, Flügel: Wer sich die Wandgestaltung des Fußgängertunnels an der U-Bahn-Haltestelle Hagenbecks Tierpark genauer anschaut, kann viele liebenswerte Details in diesen ungewöhnlichen Wegweisern zum Tierpark entdecken. Übrigens ist die Haltestelle nicht etwa unterirdisch, wie der Name suggeriert, sondern verläuft oberirdisch. Das ist nicht das einzige Beispiel: So fährt auch die U3 (siehe Foto linke Seite), über weite Teile oberirdisch, dementsprechend liegen auch die Bahnhöfe nicht im Untergrund. Die Begründung dafür ist übrigens simpel: Diese Bahnen waren günstiger zu realisieren.

Feldstraße

Lichtspiele im Mondrian-Style

1912 war die Linie der U3 die erste, die in Hamburg Fahrt aufnahm. An dieser liegt auch der Bahnhof Feldstraße, der im Mai 1912 fertiggestellt wurde. Auf den ersten Blick wirkt er völlig unspektakulär. Aber wer wartet, bis die Sonne scheint, wird mit einem vielfarbigen Gemälde aus Licht belohnt, das an die Bilder von Mondrian erinnert. Dafür verantwortlich sind die bunten Glasfenster, die oben in den Wänden der Eingangshalle eingelassen sind. Die Station Feldstraße ist übrigens idealer Ausgangspunkt, um das trendige Schanzenviertel sowie das flippige Karolinenviertel zu erkunden. Ganz bequem zu Fuß.

Klosterstern

So weit wie möglich wurde die U-Bahnstation im Original erhalten

Eine der wenigen U-Bahn-Stationen in Hamburg, die noch weitestgehend original erhalten sind, liegt in Harvestehude. Der Architekt Walter Puritz gestaltete die Station Klosterstern mit kubistischen Elementen des Art Dèco. Auf dem Bahnsteig sind Kacheln in den Farben Grün-Elfenbein zu sehen. Sie sind Teil der Haltestellen-Kennzeichnung, die ursprünglich auf der gesamten Strecke  Kellinghusenstraße – Jungfernstieg zu sehen war. So hatte der Jungfernstieg noch bis in die 1970er Jahre hinein Kacheln in Rot und Weiß. Der Bahnhof Klosterstern steht heute unter Denkmalschutz.

HafenCity

Möwengeschrei und Hafengeräusche in einem U-Bahnhof? Gibt es: Und zwar an der Haltestelle Hafencity. Damit nicht genug, werden Fahrgäste hier auch mit klassischer Musik verwöhnt – und mit Lichtcontainern, die regelmäßig ihre Farbe wechseln. Dafür sorgen insgesamt 280 LEDs in Blau, Orange, Rot und Grün, die sich mit ihrem Farbenspiel abwechseln . Die Lichter ändern sich passend zu den Musikstücken von Verdi oder Bach, die in der Zeit von 10 bis 18 Uhr regelmäßig gespielt werden.

Messberg

Design der 1960er-Jahre

Farbenfreunde kommen hier voll auf ihre Kosten. Vor allem die großen Pfeiler in sonnigem Gelb machen die Station Meßberg zu einem Hingucker. Das Design erinnert nicht von ungefähr an die Sixties: Die Haltestelle Meßberg feiert in diesem Jahr 60. Geburtstag, wurde also 1960 eröffnet. Sie markiert auch architektonisch eine Zeitenwende. Waren die U-Bahn-Stationen der ersten Ringlinie, die 1912 eröffnet wurde, noch künstlerische Statements, kehrte in den 60er Jahren die Funktionalität ein. Die Station Meßberg ist ideal, wenn man beispielsweise in die Speicherstadt möchte, oder aber in die Deichtorhallen.

Überseequartier

Eine Hommage an das Meer

Wer beim Besuch der U-Bahn-Haltestelle Überseequartier spontan an Meer denkt  – liegt goldrichtig. Denn genau das wollten die „Netzwerkarchitekten“, die diesen futuristischen Bahnhof entworfen haben, erreichen. Dementsprechend ist die dominierende Farbe in diesem Bahnhof auch Blau. Nahezu poetisch bringen es die Macher auf den Punkt; „An den Wänden erscheint die Tiefe des Meeres als dunkles Blau, das sich nach oben hin auflöst. Darüber schwebt die helle und bewegte Wasseroberfläche. Die Fahrgäste tauchen in die Weite des Meeres ein.“ Die Wandverkleidung in der Bahnsteighalle ist aus Edelstahl mit einem Blauverlauf, der nach oben hin immer heller wird. Die Decke aus Edelstahlkassetten wirkt bewegt – wie die Wellen der Ozeane.